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da dachte er …

 

… ja, auch ich erwartete tag für tag mit gewisser spannung den weitergang dieser geschichte, war neugierig, was meinem protagonisten noch alles an unvorhersehbarem durch den kopf gespukt sein könnte, ob es ihm noch gelingen würde, seine lena aus diesem kopf zu verscheuchen, oder ob er versucht hätte, den kontakt zu ihr wiederherzustellen … (was sicherlich für den fortgang der geschichte spannender geworden wäre … warum hat er eigentlich nicht schon längst auf ihre mail vom 15. 4. reagiert? … eine adresse, wenngleich nur virtuelle, hatte er doch damit schon ! …)

ob seine frau wirklich von all dem nichts mitbekommen hat, was sich da vor sieben jahren offensichtlich ereignet haben muß, hätte mich noch interessiert … und jetzt, wo auch noch die amelie ins spiel gekommen war, schien die geschichte ja eine unerwartete wendung zu nehmen …

aber wie der zufall manchmal so spielt (wobei ich nie genau weiß, ob der sogenannte zufall uns nicht vielleicht etwas sagen will): heute erreichte mich eine einladung zu einer vorlesungsreihe am germanistischen institut der uni oldenburg; über jean paul soll ich dort reden (was mich natürlich sehr ehrt). so eine vorlesungsreihe will gut vorbereitet sein, da kann man sich nicht allein auf seine intuition verlassen. und sicherlich kann man den studenten nicht diesen „künstlerroman in pillenform“ *) erzählen (auch wenn unser jean paul dort ja eine nicht ganz unwichtige rolle zu spielen scheint). zudem vermute ich, die studenten sind vielleicht noch ein wenig zu jung, um an diesem „märchen“ (nennen wir es der einfachheit halber einmal so) gefallen zu finden … die erwarten fakten und handfeste informationen zu person und werk, die sie bei prüfungen ihres wissens verwerten können.

lassen wir also dieses märchen erst einmal an dieser stelle so ähnlich enden, wie märchen üblicherweise enden:

… und wenn seine herztöne nicht ganz verstummt sind, denkt er auch heute noch an die wundersame lena, vielleicht auch manchmal an amelie, und er wird seine frau „fee“ rufen, wenn sie ihm ganz nah ist …

 

(1. mai 2005)

 

 

 

© 2005 domian f. helfech

 

 

 

 

*****

 

 

 

 

 

*) ich darf an dieser stelle auf giorgio manganelli aufmerksam machen,

dessen „hundert romane in pillenform“ unter dem titel „irrläufe“ im wagenbach-verlag berlin erschienen sind

 

 

 

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